Lausitz-Hotel-WALDHAUS
Fam. Klesz
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Ausflug nach Oybin bei Zittau
im Zittauer Gebirge in der Lausitz
Vom Hotel WALDHAUS nach recht, der Dresdner Straße folgen, Pulsnitz durchqueren, über Ohorn, Bretnig-Hauswalde, Rammenau nach Bischofswerda. Ab Bischofswerda auf der B98 über Neukirch, Steinigtwolmsdorf, Oppach, Neusalza-Spremberg, Ebersbach, Eibau, Oderwitz (Abzweig nach Großschönau), Zittau, Olbersdorf nach Oybin.
Der Oybin.
Aus dem Führer durch das Zittauer Gebirge von Fritz Günter
Der Glanzpunkt des Zittauer Gebirges ist der Berg Oybin. Das verdankt er seiner prächtigen Ruine. Die altehrwürdigen Trümmer einstiger Größe stammen teils von einer Burg, teils von einem Kloster.
1. Geschichte der Burg.
Bereits im Jahre 1256 wird die Burg auf dem Oybin erwähnt. Es soll zuerst ein festes Haus auf dem Gipfel gestanden haben zum Schutze der Handelsstraße, die von Zittau nach Böhmisch-Leipa führte, die ja heute noch erhalten ist.
Es ist aber sehr wohl möglich, dass diese Angabe auch auf den Schuppenberg bezogen werden kann. Jedenfalls hat sich aber irgendeine Befestigung auf dem Oybin befunden. Von 1278 bis 1283 war die Burg. Das Pfandlehen des Markgrafen Otto von Brandenburg, der sie von den Herren von Leipa übernommen hatte. 1283 hob Rudolf von Habsburg die Verpfändung auf, so das die Burg wieder an die früheren Besitzer fiel, eben an die Herrschaft Leipa. Diese ließ in der Zeit von 1312 bis 1316 die Nord erbauen an Stelle der früheren Befestigung des alten Schutzhauses. Auch eine Ringmauer wurde erbaut und ein Bergfried. Die Dienstleute der Leipaer sollen aber arge Bedrückung verübt haben, wohl verständlich, denn der Grundherr war ja zwei Tagereisen weit weg von ihnen. Um den Klagen ein Ende zu bereiten, musste die Burg abgetreten werden an Heinrich von Jauer, der sie der Obhut des Herren von Radeberg aus Görlitz übergab. Diese Unterbesitzer nahmen den Beinamen an " von Oybin". Erneut kamen aber Klagen wegen der Unsicherheit der Leipaer Straße und besonders wegen der räuberischen Überfälle der Oybiner Besatzung. Das Aufgebot Johanns von Michelsberg ging entschlossenen vor und er stieg die Burg in den eiskalten Novembertagen des Jahres 1343. Karl IV., seit 1346 Kaiser, wollte für immer Ordnung schaffen und zog mit einem Heere vor Oybin. Daraus kann man schließen, dass der Michelsberger selbst wohl andere Absichten hatte als Ruhe und Sicherheit herzustellen. Die Eroberung durch den Kaiser scheint im Jahre 1348 erfolgt zu sein, ohne dass jedoch die Burg ernsten Schaden erlitt. Durch den Tod des Herzogs von Jauer kaum die Burg an die Krone Böhmens, also an den Kaiser. Er hatte bereits früher angeordnet, dass ihm für die Zeit seiner Besuche ein Haus errichtet würde. So entstand 1364 das "Kaiserhaus". Der Kaiser war von der Lage so entzückt, dass er das nachahmen wollte, was er bei vielen Reisen gesehen hatte: die Burg sollte durch eine Kirche verschönt werden. Der Freundschaft des Kaisers mit Petrarca ist es wohl zuzuschreiben, dass hierbei Burg und Kloster von Vaucluse bei Avignon als Vorbild dienten. So wurde 1366 mit dem Bau einer Kirche begonnen, die der Kaiser 1369 den Cölestinern schenkte, doch behielt er die Burg sich und seinen Nachkommen vor. So sehr es ihn auch zum Oybin zog, recht genießen konnte er diese Lieblingsschöpfung nicht, denn verbürgt ist nur, dass er in einer einzigen Nacht auf dem Oybin weilte, im Jahre 1369, als der sich von dem Fortschreiten des Baues überzeugen wollte.
1546 zogen die Mönche ab und nun gab es noch ein zweites, aber kurzes Bestehen der Burg.
1547 verpfändete Kaiser Ferdinand I. den Berg samt allen Gütern an den Landvogt Zdislav Berka von Duba auf Reichstadt. Dieser übertrug die Verwaltung seinem Amtmann Kaspar von Gersdorf, später an Sigmund von Debschitz. Dessen Bruder Peter starb hier und wurde 1550 auf dem Bergfriedhof begraben. Sein Grabmal ist noch erhalten. Nach dem hinscheiden Sigmunds, als zudem auch der Pachtvertrag mit den Berkas zu Ende gegangen war, fiel der Besitz wieder an den Kaiser.
Seit 1553 betreute Jakob von Hag die nun wieder kaiserliche Burg. Er ließ sie in Verteidigungszustand setzen, war doch wegen der harten Bestrafung der Stadt Zittau durch den Kaiser die Lage bedrohlich.
1556 übergab der Kaiser den Oybin der Stadt Zittau als Pfand. Die Pachtsumme musste an die Prager Jesuiten bezahlt werden. Im gleichen Jahre erhielt Benno von Salza die Burg auf Lebenszeit als Lehen.
1563 folgte als Pfandinhaber nach Salzas Tode Hermann Igel von Hartenreuth. Nach seinem Rücktritt 1574 kauft die Stadt Zittau den Berg mit allen Anlagen um 91.000 Taler.
1577 richtet ein Blitzschlag großen Schaden an und 1681 vermehrt ein Felssturz die Verwüstung. Durch eine Spielerei mit ihrem Kriegszeug verursachten die Schweden 1707 einen schlimmen Brand. Nicht unbedeutender Schaden in der Nähe des Kreuzganges wurde 1803 verursacht durch Sprengungen zur Erstellung von Bausteinen. Von Jahr zu Jahr nahm der Verfall zu, bis endlich die Stadt Zittau und der Sächsische Heimatschutz eingegriffen, und diesen erfolgreichen Bemühungen verdanken die Ruinen ihr Fortbestehen.
Quellenangaben:
Führer durch das Zittauer Gebirge
von Fritz Günter
Verlag Werner Klotz Zittau
Seite 22 bis Seite 24
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Pulsnitz - Lausitz 23.03.2010 11:56:49 Uhr