Lausitz-Hotel-WALDHAUS
Fam. Klesz
01896 - Pulsnitz
Dresdner Str. 55
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Ausflug zum Kloster Oybin im Zittauer Gebirge in der Lausitz
Ab Hotel WALDHAUS auf der Dresdner Straße durch Pulsnitz, über Ohorn, Bretnig-Hauswalde, Rammenau, Bischofswerda, Neukirch, Steinigtwolmsdorf, Oppach, Neusalza-Spremberg, Ebersbach, Eibau, Oderwitz, Zittau, Olbersdorf nach Oybin.
Geschichte des Klosters,
1365 kehrte Kaiser Karl der IV. Von dem einem Papstbesuche in Avignon zurück. Er hatte dabei die herrliche Klosteranlage von
Bacluse kennengelernt. Das bewog ihn, auf dem Oybin ein Cölestinerkloster zu errichten. In seiner Gefolgschaft befanden sich zwei Cölestinermönche. Peter Parler von Gmünd, seiner Zeit wohl der berühmteste Baukünstler, der Baumeister des Veitsdomes in Prag, wenn nicht selbst, so die mit seiner Kunst vertrauten Schüler, hatten die Pläne entworfen und überwachten die Bauleitung. Seine Schüler arbeiteten ganz im Sinne des Meisters. 1366 wurde der Bau in Angriff genommen. 18 Jahre baute man an dieser einzigartigen Kirche, bis sie endlich im November 1384 durch den Prag der Erzbischof eingeweiht werden konnte. Wie alle Cölestinerkirchen war sie dem Heiligen Geiste geweiht, der heiligen Maria, dem heiligen Wenzel, dem heiligen Papst CölestinV., dem Stifter des Ordens der Cölestiner. Deshalb besaß die Kirche neben dem Hauptschiff noch drei Kapellen an der Nordseite, dort die als Wenzelskapelle geweihte Sakristei. Unter den Kapellen zog sich ein Kreuzgang hin, der auch als Wehrgang eingerichtet war. Die Ostwand bildete der natürliche Fels, doch wurde 1512-15 ein 2 1/2 Meter breiter Gang ausgemeißelt, um der Feuchtigkeit Herr zu werden und um bessere akustische Verhältnisse zu schaffen. Feste, tief verlagerte Pfeiler stützen die Nordwand, so daß die Kirche wie aus dem Boden gewachsen erscheint. Edel spannten sich die Bogen über das Schiff. Es ist 30 m lang und 15 m hoch. Das Priesterchor ist etwas schmäler
und dreiseitig abgeschlossen. Das Hauptschiff hat an der Nordseite drei Fenster, wie auch das wurde Chor. Ein fein gewölbter Schiedbogen trennt beide. Das zierliche Maßwerk an den Fensterbogen ist teilweise noch erhalten, ebenso manch entzückendes Konsol. Im Hauptschiff und in der Wenzelskapelle erblickt man heute noch die Altarsockel, auf der linken Seite vor dem Priesterchor die Reste der Kanzel, dort zu auf der Epistelseite im Hauptschiff die Nische, der einst der Sitz des Abtes bei feierlichen Gottesdiensten war. Das Portal befindet sich an der Westseite. Erst war geschmückt mit einem Turm (vielleicht auch zwei). Heute überragt der Rest des Ostturmes nur wenig die Mauerhöhe des Schiffes. An fast allen Quadersteinen bemerkt man Löcher, die von der Aufzugsvorrichtung herrühren.
1420 zogen die Husitten vor den Oybin. Doch konnten sie ihm nichts anhaben. Das bewog das Prager Domkapitel von 1421 an auch den Prager Domschatz auf dem Oybin zu verwahren durch 30 Jahre hindurch. 1429 stehen Husens Scharen wieder vor dem Felsenkloster, ohne ihm ernsthaften Schaden zufügen zu können. Leider vergaßen die Nachkommen Karl IV. die Mahnung des Gründers, sich des Oybiner Klosters besonders anzunehmen. 1532 verließen einige Mönche, die zu Luther standen, dass stille Bergheim. Einige treugebliebene zogen 1546 nach Italien und Frankreich, andere gingen in den Väterhof nach Zittau, so das 1556 schon ein Amtmann aus Zittau die Verwaltung des Klosters übernahm. 1547 verpfändete Kaiser Ferdinand den Oybin an den Landvogt in Reichstadt, und ein Jahr später wurde der Klosterschatz vom böhmischen König übernommen. Die Klosterbibliothek wurde nach Prag geschafft, die Orgel nach Löbau, ein Altar nach Zwickau i. Bö., eine Glocke nach Großmergtal. Wohl hatte vorher König Ferdinand I. das Kloster den Prager Jesuiten übereignet, aber diese fanden den Ort nicht passend für eine Niederlassung. Der Jesuit Canisius, bekannt durch einen lange Zeit benutzten Katechismus und durch seine große Mühe um die Wiedererstehung des Katholizismus, weilte aus diesem Grunde selbst auf dem Oybin. 1546 hatten alle Cölestiner den Berg verlassen, doch hielt bis 1555 der Cölestinerprior Balthasar Gottschalk noch Gottesdienste, da nach kaiserlicher Verfügung diese nicht eingestellt werden durften. Weil die Cölestiner nach Balthasars Tod keinen neues Mitglied senden konnten, kamen 1557 Jesuiten aus Prag, zogen aber 1562 wieder ab, nicht zuletzt deshalb, weil sie das rauhe Klima nicht vertragen konnten, ja teilweise schwer erkrankten. 1574 verkaufte Kaiser Maximilian II. den Berg samt allen Gütern an die Stadt Zittau.
Dadurch, dass die Kirche in die Burganlage eingebaut wurde, erstand diese einzigartige Anlage der Kloster-Burg. Noch heute stehen die Überreste beider friedlich beisammen und vermählen sich zu einer sinnvollen Einheit. Schon so mancher wollte etwas daran aussetzen, dass durch die gotische Kirche im deutschen Wald die Einheit zerstört sei. Ist es nicht so, dass die hoch strebenden Formen der Gotik letzten Endes dem Walddome abgelauscht sind? Es ist schon so, ernsthaft kann man nicht behaupten, dass hier die Harmonie zwischen Bauwerk und Umgebungen Zerstörer sei. Wie ganz anders muss noch die Wirkungen gewesen seien, als die Gebäude erhalten waren! Der gewaltige Eindruck den man heute noch empfängt, lässt Ordner erahnen, dass Oybin früher wirklich eine "Janua Coeli", eine Pforte des Himmels war. Das nimmt man auch heute als köstliches Erlebnis vom Besuche mit heim. Den früheren Mönchen sagt man Frömmigkeit, vorbildlichen Lebenswandel, Weltaufgeschlossenheit, Eifer im Dienste Gottes, Gelehrsamkeit und Mildtätigkeit nach.
Quellenangaben:
Führer durch das Zittauer Gebirge von Fritz Günther
Seite 24-26
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Pulsnitz - Lausitz 02.04.2010 15:58:04 Uhr